Luftmusik NEU
Luftmusik – Eine Kantate über die Stille, die Stimme und das Schweben (50′)
Für Kinderchor, Sprecher, Klavier, Orgel, Percussion und Geräuscherzeuger // Auftragskomposition des Kinder- und Jugendchores St. Michaelis, Lüneburg (2019)
Inhalt
Wir brauchen Luft zum Leben – auch wenn wir sie weder riechen noch schmecken noch sehen. Täglich atmen wir sie ein. Wenn wir die Luft anhalten, merken wir schnell, wie unser Körper in Not gerät. Nicht nur für das Atmen ist Luft wesentlich, auch für unsere Kommunikation. Im luftleeren Raum können wir weder sprechen noch uns hören. Das erinnert uns an Gott, der die Welt durch Sprache ins Leben rief und dem Menschen den Lebensatem „in die Nase“ geblasen hat.
Wenn sich Luft nicht bewegt, dann können wir sie nicht einmal hören. Eine solche Stille kann uns tiefer zu uns selbst führen – und zu Gott. Ihm nähern wir uns, wenn wir sein Wort hören. Ein Wort, das in Jesus Gestalt angenommen hat: „Im Anfang war das Wort, und das Wort ward Fleisch.“ So lesen wir beim Evangelisten Johannes, der auf vielen Bildern als Adler symbolisiert wird, weil er über den Dingen schwebt. Dieses Wort ist rätselhaft. Wir können es nur schwer begreifen. Aber seine Wahrheit kann uns zum Schweben bringen. In gleicher Weise, wie Jesus nicht in der Dunkelheit der Erde blieb, sondern aufgefahren ist zu den Vögeln in das Blau des Himmels…
Hinweis: Das Stück kommt ohne szenisches Spiel und mit geringem technischen Aufwand aus (sollte wie bei der Lüneburger Uraufführung ein Riesenballon zum Einsatz kommen, wird es technisch jedoch etwas aufwändiger). Zur Begleitung genügt ein Klavier (professionelles Niveau, an einigen Stellen auch Orgel). Durch den kreativen Einsatz vielfältiger Geräuscherzeuger werden die Kinder als Instrumentalisten eingebunden und der Kirchenraum auf besondere Weise bespielt.
Das Stück in 60 Sekunden

Coming soon …
“Eine wunderbare, von irdischer Last abhebende Kantate.”
(Lüneburger Landeszeitung)
“Der lobenswerte und ehrgeizige Anspruch
mündet in eine wunderbare Komposition.
Die fantastische Umsetzung
kreiert ein vielschichtiges Klangerlebnis.”
(Üben & Musizieren)
Aufführungen (unvollständige Liste)
27.06.2026: Weinheim
07.06.2026: Vechta, Klosterkirche
01.11.2025: Brelingen, St. Martini
13.09.2025: Gießen
12.07.2025: Berlin, Gethsemanekirche
27.10.2024: Lilienthal, Klosterkirche
22.09.2024: Köln, Reformationskirche
15.09.2024: Kleinmachnow, Neue Kirche
24.08.2024: Walsrode, Stadtkirche
30.06.2023: Göttingen, Pauluskirche
17.09.2022: Bad Segeberg, Marienkirche
22.02.2020: Bremer Dom
16.11.2019: St. Michaeliskirche in Lüneburg
17.11.2019: St. Michaeliskirche in Lüneburg
Rezensionen
“Eine wunderbare, von irdischer Last abhebende Kantate.”
(Lüneburger Landeszeitung)
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Ich komme aus meinem Schweigen heim
Von Heinz-Jürgen Rickert
(Lüneburger Landeszeitung vom 19.11.2019)
Uraufführung der Kantate „Luftmusik“ in St. Michaelis
Lüneburg. Vögel zwitschern, bedacht mischt sich ein Orgelton hinein, verdichtet sich zu einem Motiv. Ruhe, Innehalten breiten sich aus. Ein Schweben will diese Musik assoziieren, eine flirrende Atmosphäre, auch Lautlosigkeit. Daniel Stickan, der kreative Komponist und Interpret, Dirigent und Arrangeur, hat sie geschrieben und seinem Zyklus über die Elemente einen weiteren Baustein addiert.
Es ist wieder eine wunderbare, von irdischer Last abhebende Kantate geworden, uraufgeführt in der voll besetzten St. Michaeliskirche, hoch konzentriert vom Kinder- und Jugendchor unter Leitung von Dörte Lorkowski vorgetragen. „Luftmusik“: ein schwer beeindruckender Akzent, der das zeitgenössische Sakralrepertoire bereichert.
Biblische und weltliche Texte verknüpfte Stickan zu einem breit gefassten und christologisch grundiertem Thema, von der Schöpfungsgeschichte im Buch Mose über Zitate aus dem Johannes-Evangelium bis zu Hilde Domin oder Rilkes „Ich komme aus meinem Schweigen heim“. Klug gewählte Worte, die das Staunen über die Welt, den Himmel vermitteln, dabei nie banal wirken oder gefällig.
Den Jugendlichen mutet der Komponist einiges zu. Sie dürfen keineswegs nur eine komplexe Partitur singen, sondern müssen auch punktgenau stampfen, hüpfen, summen, pusten oder pfeifen, um die luftige Energie in wechselnden Spannungsaggregaten auszudrücken. Dörte Lorkowski hatte mit ihrem Chor ausdauernd und emsig geprobt und gefeilt, um die Finessen der Noten auszuloten. Die Vokalisten folgten den präzisen Vorgaben mit perfekter Disziplin und Intonation. Jeden der fünf Teile behielten die Ausführenden souverän im Griff, besonders imposant im mächtig aufgewühlten „Nun kommt der Sturm“.
Die „Luftmusik“ erweist sich als lautmalerisches Füllhorn zwischem tosendem Wind und Stille. Daniel Stickan entwickelte für jede Stimmung eine individuelle Prägung, platzierte melodische Momente wie in „Wolken“ neben Dissonanzen, zarte Geräusche neben donnernden Einsprengseln. Im Zentrum stehen das Klavier, die abwechslungsreichen Chorauftritte und die Beiträge eines Sprechers. Diesen Part übernahm Stephan Jacob mit Bravour, er vitalisierte die Texte. Sie schöpfen häufig aus beiden Testamenten. Das Instrument fungiert dabei zugleich als Begleiter, Impulsgeber oder subtil ausgelegter Resonanzboden für das Gesagte. Mit von der Partie war ebenfalls Holger Lorkowski an der Orgel.
Daniel Stickans neues Werk erwartet beherzten Einsatz, ist sehr anspruchsvoll, ohne dabei die Sänger zu überfordern. Die Kantate empfiehlt sich hervorragend für jugendlich besetzte Chöre, erweitert das Spektrum geistlicher Gegenwartsmusik. Nach zwei Auftritten in St. Michaelis folgen zu Jahresbeginn die CD-Einspielung als Crowdfunding-Projekt und ein Gastspiel im Bremer St. Petri Dom. Das Lüneburger Publikum reagierte euphorisch.
“Der lobenswerte und ehrgeizige Anspruch mündet in eine wunderbare Komposition. Die fantastische Umsetzung kreiert ein vielschichtiges Klangerlebnis.”
(Üben & Musizieren)
→ Rezension lesen
Luftmusik
Von Patricia Tafel
(üben & musizieren 2/2025 , Seite 61)
Eine Kantate für Kinder? Ist das nicht etwas zu anspruchsvoll? Nicht zwangsläufig. Das Werk von Daniel Stickan ist zwar komplex, dennoch bietet es Kindern über verschiedenste Ebenen Zugangsmöglichkeiten. So können sie über den Text in die Welt der Luftmusik eintauchen oder auch über die ungemein kreative Instrumentalbesetzung: neben Klavier und Orgel kommen z. B. ein Kuhhorn, ein Zuspielband mit Vogelstimmen oder eine Glasharfe zum Einsatz.
Stickans Kantate ist adressiert an Kinder im Alter von sieben bis 16 Jahren. Sie beleuchtet das Phänomen Luft, ihre Bedeutung für die Erde und ihren Einfluss auf die Umwelt. Aktueller Bezug ist also garantiert. Dabei sprüht das Werk vor Kreativität, Abwechslungsreichtum und Überraschungsmomenten.
Die der Partitur beigefügten Aufführungshinweise erleichtern den Ausführenden die Arbeit und sind einmal mehr versehen mit kreativen Anregungen, z. B. der Einsatz von flackernden Teelichtern oder das Steigenlassen eines leuchtenden Riesenluftballons.
Luftmusik steht auf dem Grundgerüst einer herkömmlichen Kantate und kombiniert solistische Parts, Chorstücke und gesprochene Passagen. Die Sätze tragen Titel wie „Wartet nur“, „Onomatopoeia“ oder „Nun kommt der Sturm geflogen“ und stammen beispielsweise von Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke oder aus der Bibel. Und eben dies ist neben der farbenfrohen Instrumentation ein weiterer besonders schöner Aspekt: Die Kinder kommen mit großen Namen der Literatur in Berührung und setzen sich wie nebenbei mit philosophischem und theologischem Gedankengut auseinander.
Umgesetzt sind die Texte in Melodien in angemessener Lage, durch die Doppelung in der rechten Hand der Klavierbegleitung für die Kinder gut realisierbar. Stellenweise herausfordernd sind die Rhythmen, die ebenso wie die harmonischen Wendungen gute Vorbereitung voraussetzen.
Die Stücke sind außerordentlich gut gemacht und reißen den Zuhörer mit. In „Nun kommt der Sturm geflogen“ beispielsweise baut Stickan durch Windgeräusche, Tonrepetitionen, interessante Melodik und sich sukzessive aufbauenden und wiederholenden Text enorm Spannung auf.
Der auf musikalischer wie auch auf inhaltlicher Ebene gestellte Anspruch der Kantate ist vom Komponisten intendiert. Gleichwohl formuliert der 1980 geborene Daniel Stickan in seinem Vorwort, dass er nicht hoffe, für ein Kinder- und Jugendchorstück zu viel zu wollen. Die Lieder des Werks sollen „Spaß machen, die Fantasie anregen und unmittelbar verständlich sein.“ Dies gelingt: Der lobenswerte und ehrgeizige Anspruch mündet in eine wunderbare Komposition. Die fantastische Umsetzung kreiert ein vielschichtiges Klangerlebnis und stößt gewiss bei Ausführenden und Publikum auf Begeisterung.

